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# Wie diese Webseite entstand
## Eine Kollaboration zwischen Thomas Nadler und Claude (Anthropic)
*Dokumentation und Reflexion · Februar 2026*
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## Die Ausgangssituation
Die Idee, Educational Technologists an Berliner Schulen zu etablieren, war nicht neu. Was fehlte, war ein Dokument, das diesen Vorschlag so aufbereitete, dass er von Bildungspolitik und Schulträgern ernstgenommen werden kann: empirisch belegt, konkret, ohne Jargon.
Thomas Nadler – Lehrer, Diplom-Geologe und Digitalbeauftragter an der Evangelischen Grundschule Zehlendorf – hatte die inhaltliche Substanz: 20 Jahre Schulpraxis, Erfahrung mit digitalem Wandel in Schulen, Zugang zu einem Netzwerk von 36 Schulen der Schulstiftung EKBO, und das Wissen um die estnische Lösung, die in Deutschland bisher niemand umgesetzt hat.
Was er brauchte, war ein Werkzeug, das aus dieser Substanz ein kohärentes, mehrschichtiges Dokument macht – schnell, iterativ, ohne monatelange Schreibarbeit.
Das Werkzeug war Claude, ein KI-Assistent von Anthropic.
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## Chronologie: Sechs Tage, 28 Sessions
| Datum | Was entstand |
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| 22. Feb. | Erstes Strategiepapier (Freie Trägerschaft) · Empirische Grundlage aus GEW/Göttingen-Studie · Estland-Abschnitt |
| 23. Feb. | Quellen-Datenbank · Obsidian-Struktur · Profil Thomas Nadler |
| 24. Feb. | Startseite · Interne Verlinkung · Obsidian Publish-Setup |
| 25. Feb. | ET-Szenarien (6 MINT-Beispiele Berlin + 3 Estland) · PDF-Bundle · Berliner Rahmenlehrplan-Verankerung |
| 26. Feb. | Integration aller Seiten · FBD-Orientierungspapier eingearbeitet · Zweite PDF-Version |
| 27. Feb. | Senatsvariante des Strategiepapiers · Dateinamen-Konventionen · Hub-Seite Strategiepapier.md |
| 28. Feb. | Opus-Feedback umgesetzt · Zwei Policy Briefs (PDF) · KPI-Tabellen · Kostenrechnung · Brand-Quelle · LinkedIn-Strategie |
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## Wie die Zusammenarbeit konkret ablief
Die Arbeitsweise war nicht die eines Diktiersystems. Thomas lieferte keine fertigen Texte zum Formatieren. Das Muster war iterativ:
**Thomas brachte:** Fachurteil, Quellen, Präzisionskorrekturen, inhaltliche Grenzen, und die Entscheidung, was argumentativ tragfähig ist.
**Claude brachte:** Struktur, Formulierungen, Recherche, Konsistenzprüfung über alle Dokumente, PDF-Erstellung, und die Frage, was noch fehlt.
Ein konkretes Beispiel: Der Abschnitt zur Kostenrechnung entstand, weil Claude nach einer Feedback-Runde fragte, warum die Finanzierungsfrage im Papier so vage blieb. Thomas entschied, dass der TVöD E13-Wert belastbar genug ist, um ihn zu nennen – und dass die Ausfallkosten ohne zitierfähige Quelle nicht in eine LinkedIn-Grafik gehören, wohl aber als Orientierungsgröße ins Papier. Diese Unterscheidung zwischen „valide für ein Dokument" und „valide für eine öffentliche Grafik" ist eine inhaltliche Entscheidung, die Thomas traf – nicht Claude.
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## Was gut funktionierte
**Schnelle Iteration:** Ein vollständiges Strategiepapier mit Quellenapparat, Praxisbeispielen, zwei Zielgruppenversionen, drei PDFs und einer siebenseitigen Obsidian-Webseite entstand in sechs Tagen. Ohne KI-Unterstützung wäre das ein Projekt von mehreren Monaten gewesen.
**Konsistenz über viele Dokumente:** Wenn eine Formulierung im Strategiepapier geändert wurde, zog Claude die Konsequenz in allen anderen Dateien nach – Verlinkungen, Querverweise, Quellenangaben. Das ist eine Stärke von KI-Werkzeugen, die bei manueller Arbeit regelmäßig zum Engpass wird.
**Kritische Rückkopplung:** Claude brachte in mehreren Runden eigenständig Einwände ein – fehlende KPIs, unklare Rollenpositionierung, unbelegte Zahlen. Das war kein Ja-Sagen-System.
**Externe Qualitätskontrolle:** Ein zweites KI-System (Claude Opus) lieferte strukturiertes Feedback zur Gesamtqualität der Webseite – vergleichbar mit einem kritischen Peer Review. Dieses Feedback wurde systematisch in einer weiteren Iterationsrunde umgesetzt.
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## Was nicht funktionierte – oder Grenzen hatte
**Bildgenerierung:** Der Versuch, Infografiken im Paperstyle CI für die Webseite und LinkedIn zu erzeugen, scheiterte an den Sicherheitsfiltern des genutzten Bildgenerators (Gemini). Prompts, die Datenvisualisierungen mit realen Forschungswerten beschrieben, wurden wiederholt abgelehnt. Das ist eine Grenze, die nicht durch bessere Prompts zu überwinden war – sie liegt im System, nicht im Konzept.
**Quellenprüfung:** Claude kann Quellen recherchieren und zitieren, aber nicht eigenständig verifizieren, ob ein Zitat korrekt aus einem PDF entnommen wurde. Diese Prüfung lag bei Thomas. Jede Quellenangabe im Strategiepapier wurde manuell gegengeprüft.
**Inhaltliche Entscheidungen:** KI kann Optionen aufzeigen und Argumente entwickeln – aber nicht entscheiden, welche Positionierung für Thomas die richtige ist. Die Frage „Bewerbe ich mich implizit für die Pilotstelle, oder bleibe ich Impulsgeber?" konnte nur Thomas beantworten. Claude fragte – Thomas entschied.
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## Was dieses Projekt über KI im Bildungskontext sagt
Diese Kollaboration ist selbst ein Argument für das Thema der Webseite.
Ein Lehrer mit Fachkompetenz und einem klaren Anliegen konnte in sechs Tagen ein professionelles Policy-Paket entwickeln, das ohne KI-Unterstützung Monate gebraucht hätte oder gar nicht entstanden wäre – weil die Zeit im Schulalltag fehlt.
Genau das ist die strukturelle Frage, um die es auf dieser Webseite geht: Nicht ob Technologie etwas kann, sondern wer im Schulalltag die Zeit und das Wissen hat, sie wirksam einzusetzen. Für Lehrkräfte ist das der Educational Technologist. Für dieses Projekt war es Claude – in einer klar definierten, unterstützenden Rolle.
Die Substanz kam von Thomas. Die Struktur half Claude zu entwickeln. Die Entscheidungen traf Thomas.
Das ist das Modell.
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*Erstellt im Februar 2026 · Thomas Nadler & Claude (Anthropic, Claude Sonnet)*
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